Nordpol, Südpol, Denkpol
Eine Expedition zu Bewusstsein
und Lebensfreude
Die wichtigste Reise, die wir antreten können, ist die Expedition zu Bewusstsein und Lebensfreude. In diesem Buch stelle ich einen Generalschlüssel für Lebensfreude und Erfolg vor. Jeder Mensch besitzt ihn, er ist Teil unserer Natur und er ist ein Prinzip der Hermetik. Wir setzen ihn oft unbewusst ein, doch damit ereignet sich Erfolg nur per Zufall. Der Schlüssel ist die Fähigkeit des Menschen, die unterschiedlichen Qualitäten seines Denkens (Denkpole) bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Dieser Schlüssel ist verantwortlich für die gute Balance im Leben sowie den beruflichen und privaten Erfolg. Mit diesem Schlüssel können wir unser Leben nach unseren Wünschen und Zielen gestalten.
Die Denkpole - das hermetische Polaritätsgesetz in uns
«Stehen wie ein Baum», das ist stets die Ausgangsposition. Damit beginnt mein virtueller Qi-Gong-Lehrer seine Übungen. Für mich ist dies eine Metapher. Der Baum steht, ob es stürmt, schneit oder die Sonne scheint. Er beansprucht auch nicht mehr Wasser, weil er schöner ist als andere Bäume, er kümmert sich auch nicht darum, ob Menschen ihn bewundern - er bleibt, was er ist: Ein Baum, der im Herbst seine Blätter abwirft und im Frühling wieder neue Blätter austreibt, der in seinem natürlichen Rhythmus ist, unabhängig davon, was in seiner Umgebung geschieht. Der Baum bewertet nicht, er verurteilt nicht - er ist Teil der Natur. Unser menschlicher Körper ist ebenfalls ein Teil der Natur. Auch hier zeigen sich die hermetischen Gesetze und zwar das Prinzip der Polarität:
Alles hat zwei Pole, es gibt nichts Gegensätzliches, ohne Weiß gibt es kein Schwarz und ohne Schwarz kein Weiß,
Wahrheiten sind immer nur ein Teil des Ganzen.
Alles ist polar aufgebaut, alles hat zwei Pole: Systole - Diastole, Beuger - Strecker, Säuren - Basen. Selbst unser Denken ist polar. Der Körper steuert seine vielen Abläufe autonom. Wir müssen nicht darüber nachdenken, ob das Herz jetzt das sauerstoffreiche Blut in die Aorta pumpt und ob auch das Einatmen ohne unser Zutun richtig funktioniert. Selbst der zirkadiane Rhythmus, der uns nachts schlafen lässt und am nächsten Morgen uns wieder die Energie für den Tag zur Verfügung stellt - geschieht autonom. Für diese biologischen Rhythmen ist der wichtigste Impulsgeber ein Nervenkern (Nucleus suprachiasmaticus) im Hypothalamus. Er ist auch dafür verantwortlich, dass es auf Flugreisen in West-Ost-Richtung zu Schwierigkeiten bei der Resynchronisation der zirkadianen Rhythmik kommt. Wir sprechen dann vom Jetlag und leiden unter Übelkeit, Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten. Kommt es zu einer dauerhaften Schädigung, verlieren wir unsere biologischen Rhythmen. Das Prinzip des Rhythmus ist auch eines der hermetischen Gesetze.
Zusammenfassend: Wir haben auf diese vielen unterschiedlichen Abläufe in unserem Körper keinen Einfluss, es gibt nur eine einzige Ausnahme: Und das sind unsere Denkqualitäten, die ebenfalls polar sind. Die können wir bewusst steuern, doch das haben wir in der Regel nicht gelernt. Wir unterscheiden zwei diametral unterschiedliche Denkqualitäten[1] : Denkpol Zwang und Denkpol Offenheit. Beide sind gleich wichtig, auf keinen können wir verzichten. So wie wir weder auf die Einatmung noch auf die Ausatmung verzichten können. Der Denkpol Zwang öffnet uns den Zugang zu unserem Gewordensein (Ego) und der Denkpol Offenheit zu unserem wahren Bewusstsein. Jeder von uns nutzt bereits unbewusst beide Pole - doch erst die willentliche Steuerung bringt den Nutzen. Für eine bewusste Lebensgestaltung brauchen wir also die Fähigkeit, unsere beiden Denkpole entsprechend der Rolle und der Situation zu steuern. In diesem Buch stelle ich die beiden Denkpole und ihre Auswirkungen vor.
[1] Dr. John Dobson, Celle